Oft gestellte Fragen

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen


einem Psychiater,
einem Psychologen und
einem Psychotherapeuten ?

und zwischen

einem Kinder- und Jugendpsychiater und
einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten?

Psychiater:

Grundstudium Medizin, Abschluss: Arzt, Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie.

Psychologe:

Grundstudium Psychologie, Abschluss: Diplom-Psychologe.

Psychotherapeut:

Arzt oder Diplom-Psychologe mit Weiter- und/oder Fortbildung zum Psychotherapeuten.

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:

Arzt, Diplom-Psychologe oder Diplom-Sozialpädagoge mit Weiter- und/oder Fortbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Kinder- und Jugendpsychiater:

Arzt mit Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Kinder- und Jugendpsychotherapie.

Was macht eigentlich ein Kinder- und Jugendpsychiater?

Ein Kinder- und Jugendpsychiater erkennt und behandelt Entwicklungsstörungen oder andere Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, die nicht vorrangig durch eine körperliche Erkrankung hervorgerufen sind.

Was hat ein Kinder- und Jugendpsychiater für eine Ausbildung?

Bei den Kinder- und Jugendpsychiatern handelt es sich um Fachärzte, die nach einem in der Regel sechsjährigen Medizinstudium sich auf das Gebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie spezialisiert haben, indem sie eine mindestens fünfjährige Weiterbildung in Vollzeit mit einer Facharztprüfung abgeschlossen haben. Durch seine Weiterbildung besitzt der Kinder- und Jugendpsychiater spezielle Kenntnisse und eine mehrjährige klinische Erfahrung in der kinder- und jugendpsychiatrischen sowie psychosomatischen Krankheitslehre, der Entwicklungspsychologie sowie in den psychologischen Untersuchungsverfahren. Durch seine Ausbildung und Erfahrung in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, in Entspannungsverfahren sowie in Übungsbehandlungen und in der Arzneimittelkunde kann Sie der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie hinsichtlich der notwendigen Diagnostik und Behandlungsmethoden für Ihr Kind kompetent beraten und die Diagnostik und Behandlung im Verlauf durchführen und bzw. supervidieren. Jeder Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ist auch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut.

Was macht eigentlich ein Psychotherapeut?

Ein Psychotherapeut erkennt und behandelt seelische Störungen oder Erkrankungen, die nicht vorrangig durch eine körperliche Erkrankung hervorgerufen sind, indem er im psychotherapeutischen Gespräch mit seinem Patienten nach Ursachen und Lösungsmöglichkeiten für diese Störungen sucht. Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten verordnen keine Medikamente. Sollte eine medikamentöse Mitbehandlung des Patienten erforderlich sein, kooperiert der Psychotherapeut mit einem Mediziner. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind Psychotherapeuten für Kinder und Jugendliche bis zum 21. Lebensjahr.

Wer arbeitet noch in der sozialpsychiatrischen Praxis außer den Fachärzten?

Sowohl in der Diagnostik als auch in der Behandlung werden die Fachärzte unterstützt von einem Team von Psychologen, Pädagogen, Ergotherapeuten, Krankengymnasten, Musiktherapeuten, Motopäden und anderen Therapeuten. Die Praxisorganisation und die Anmeldung zu Terminen wird von unseren Sekretariatsmitarbeiterinnen geleistet.

Wer übernimmt die Kosten der Behandlung?

Sowohl die kinder- und jugendpsychiatrischen Leistungen als auch die psychotherapeutischen Leistungen unserer Praxis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden von allen Primär- und Ersatzkassen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bezahlt. Sie können sowohl mit einem Überweisungsschein eines anderen Arztes als auch direkt mit Ihrer Versichertenkarte zu uns kommen. Ausgenommen sind Berichte, Stellungnahmen oder Gutachten, die wir z. B. auf Wunsch der Eltern erstellen sowie sonstige Leistungen, die nicht im Leistungskatalog der Krankenversicherungen enthalten sind. Kinder- und jugendpsychiatrische und psychotherapeutische Behandlungen werden auch von Privatversicherungen bezahlt.

Die meisten Privatversicherungen zahlen auch die psychotherapeutische Behandlung durch ärztliche und psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Privatversicherte müssen jedoch auf das Kleingedruckte in ihren Verträgen achten: Es gibt einige Privatversicherungen, die psychotherapeutische Leistungen in ihren Verträgen ganz ausschließen oder die ihre Leistungspflicht für Psychotherapie auf ärztliche Psychotherapeuten beschränken (z.B. die Landeskrankenhilfe Lüneburg).

Müssen alle Untersuchungen, die bereits bei anderen Ärzten, Psychologen oder Pädagogen durchgeführt worden sind, wiederholt werden?

Nicht unbedingt, bitte bringen Sie alle Ihnen vorliegenden Befunde, Zeugnisse und ähnliche Unterlagen mit.

Kann ich auch ohne mein Kind mit dem Arzt sprechen?

Das ist selbstverständlich möglich. Wir bitten Sie dies jedoch vorher mit uns abzustimmen, da in der Regel alle Termine auch mit dem Kind stattfinden.

Welche diagnostischen/ therapeutischen Verfahren werden in der kinder- und jugendpsychiatrischen und sozialpsychiatrischen Praxis angeboten?

Unser Team bietet ein breites Spektrum diagnostischer, beratender und therapeutischer Leistungen an. Wir sind u. a. qualifiziert für testpsychologische Untersuchungen, Diagnostik emotionaler Entwicklungen, der Persönlichkeitsentwicklung, der motorischen und sprachlichen Entwicklung, der Leistung und der Intelligenz, der Lese- und Rechtschreibfähigkeiten, der Rechenfähigkeiten, der Aufmerksamkeit und Konzentration, sowie zur Diagnostik spezieller Fragestellungen z. B. Autismus, Zwangsstörungen, Angststörungen usw.

Wir bieten Kindern und Jugendlichen therapeutische Hilfe als Einzel- und Gruppenbehandlungsleistungen an. Sowohl verhaltenstherapeutische, systemische als auch tiefenpsychologische Therapieelemente kommen dabei zur Anwendung.

Im Rahmen von Gruppenbehandlungen bieten wir soziale Kompetenztrainings, Elterntrainings, heilpädagogische Diagnostik und Förderung, Entspannungsverfahren, eine Gruppe für ängstliche Kinder, ein Training für Jugendliche mit ADHS (Tricky Teens), eine Jungengruppe zur Bearbeitung emotionaler Störungen und Störungen im Sozialverhalten bei Jungen im Alter von 9 - 16 Jahren und musiktherapeutische Behandlungsformen an.

Werden wir als Eltern in die Behandlung mit einbezogen?

Selbstverständlich beziehen wir die Eltern als zentrale Bezugsperson des Kindes mit in die Behandlung ein. Zunächst benötigen wir die Hilfe der Eltern zur Erhebung der Vorgeschichte, zur Beurteilung des Verlaufes, zur Unterstützung ihres Kindes im Alltag, als wichtige Ansprechpartner für Schule und externe Therapeuten, und vieles andere mehr. Darüber hinaus hat eine positive und konsequente Erziehung einen allgemeinen präventiven Effekt, d. h. Sie können der Ausbildung oder Verschlimmerung eines kinder- und jugendpsychiatrischen Störungsbildes vorbeugen.

Wie lange dauert es, bis man einen Termin, bzw. einen Psychotherapie-Platz bekommt?

Obwohl wir eine recht große Praxisgemeinschaft mit relativ vielen Behandlern und Therapeuten sind, haben wir wegen der großen Nachfrage nach Behandlungen leider oft eine lange Warteliste. Je flexibler unsere Patienten ihre Termine vor- und nachmittags wahrnehmen können, umso eher ist die Vergabe eines Termins möglich.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, wenn wir Sie auf eine Warteliste setzen und Sie bitten, sich in bestimmten Abständen wieder bei uns zu melden, damit wir wissen, ob Sie noch immer an dem Behandlungsplatz interessiert sind.

Zu welchen Tageszeiten finden die Termine statt?

In aller Regel finden Erstgespräche und Diagnostiktermine (z.B. testpsychologische Untersuchungen oder ergotherapeutische Diagnostik) am Vormittag statt.

Regelmäßige Behandlungstermine für Kinder und Jugendliche bemühen wir uns in die Nachmittagsstunden zu legen.

Für Berufstätige bieten wir auch Termine am frühen Abend an.

Wieso Psychotherapie?

Wir zitieren dazu mit freundlicher Genehmigung der Psychotherapeutenkammer Niedersach-sen (PKN)aus deren Homepage:

"Psychotherapie ...

ist heute ein wichtiger Faktor im Gesundheitswesen, denn:
Im Kampf gegen Ängste, Stress, Depression und andere Störungen bietet die Psychotherapie überzeugende Lösungen an

Psychische Störungen stehen als Ursache von Arbeitsunfähigkeit an vierter Stelle. Jede dritte Frühverrentung beruht auf psychischen und Verhaltensstörungen Psychische Störungen entwickeln sich zu Volkskrankheiten.

Psychotherapie ist nicht mehr tabu.

Ein Wandel ist eingetreten: Während noch vor wenigen Jahren viele Menschen große Hemmungen hatten, einen Psychotherapeuten aufzusuchen, sagen heute nur noch weniger als 30%, eine Psychotherapie käme für sie selbst "auf keinen Fall" in Frage weniger als 40%, es wäre ihnen peinlich, wenn Nachbarn und Bekannte "davon" erführen.

Psychotherapie - was ist das?

Psychotherapie ist die Behandlung von Krankheiten mit Mitteln, die Verstehen, Sprache und Beziehung in den Vordergrund stellen.

Was heißt das praktisch?

"Wenn ich Sorgen habe, hilft es mir, wenn ich mit jemandem darüber reden kann, der mir zuhört, schon mal kritisch nachfragt oder seine Meinung sagt und mit mir überlegt, was ich anders machen könnte und vielleicht auch beim Ausprobieren hilft."

Das ist auch schon das Grundprinzip von Psychotherapie: Aufmerksam zuhören, im richtigen Moment nachfragen, sensibel seine Meinung sagen, Lösungen mitentwickeln und nicht mit Vorschlägen überrumpeln - je gekonnter das geschieht, umso näher kommt das an professionelle Therapie heran.

Psychotherapie ist die professionelle Anwendung von wissenschaftlich entwickelten Verfahren, Methoden und Techniken zur Feststellung, Heilung und Linderung von psychisch verwurzelten Problemen und Krankheiten. Auch die Vorsorge, dass es in problematischen Lebenslagen erst gar nicht soweit kommt, und Hilfe zur Selbsthilfe sind Aufgaben der Psychotherapie.

In der Psychotherapie geht es um sehr persönliche Dinge. Vorgespräche dienen der Abklärung der Problematik. Danach einigen sich Psychotherapeut und Patient über die Art und den Rahmen der Behandlung. Dabei ist der persönliche Eindruck des Patienten ebenso wichtig wie die professionelle Einschätzung. Meist findet die Behandlung als Einzelbehandlung statt. Patient und Therapeut sitzen sich gegenüber, Behandlung im Liegen auf der Couch findet nur in der analytischen Einzelpsychotherapie statt. Je nach Problemlage und Art der Behandlung dauert eine psychotherapeutische Behandlung zwischen 15 und - selten - bis zu 300 Stunden. Für die Behandlung bestimmter, oft sozial bedingter Probleme ist es recht effektiv, Psychotherapie auch in kleinen Gruppen durchzuführen.

"Obwohl ich es bräuchte, sträubt sich doch immer noch etwas in mir..."
Genau. Und das geht nicht nur Ihnen so. Vielleicht kennen Sie "Die Angst vor dem Zahnarzt", denn das Bohren ist ja nicht so angenehm. Kaum jemand breitet sein Leid gerne vor einem anderen aus - und eigentlich auch nicht vor sich selbst, meist aus Scham oder Angst, es könnte auch hier das "Bohren" weh tun. Aber es ist wie beim Zahnarzt: Ohne wird's noch schlimmer, und letztlich hilft da nur eins...

Wohin und zu wem soll ich gehen?

Psychotherapie wird sowohl in psychotherapeutischen Praxen als auch in Kliniken und anderen Einrichtungen angeboten.

Psychotherapie ist die Ausübung eines Heilberufs. Über die Qualität der Ausübung des Berufs wachen die berufsständischen Kammern. Im Fall der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind dies die Psychotherapeutenkammern. Für die Ausübung des Berufs als Psychotherapeutin oder als Psychotherapeut ist eine 8 bis 10jährige staatlich kontrollierte Ausbildungen und die Approbation, d.h. die staatliche Anerkennung der Qualifikation, erforderlich. Der Titel "Psychotherapeutin / Psychotherapeut" ist gesetzlich geschützt.

Je nach spezieller Ausbildungsrichtung und Tätigkeitsschwerpunkt gibt es verschiedene Berufsgruppen, die Psychotherapie anbieten: In der Liste der norddeutschen Psychotherapeutenkammern finden sie:

Die Psychologischen Psychotherapeuten, die in der Regel Erwachsene behandeln.

Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, die Kinder und junge Patienten bis zum 21. Lebensjahr behandeln.

Listen von ärztlichen Psychotherapeuten, die verschiedenen Facharztgruppen (Psychiatern, Fachärzten für psychotherapeutische Medizin, etc) angehören können, entnehmen sie den Seiten der Ärztekammern oder der Kassenärztlichen Vereinigungen."

(aus der Homepage der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen www.pk-nds.de )